Leider wieder aktuell – der ewige Spießer
Theaterbesuch mit der Abschlussklasse des Beruflichen Gymnasiums
Weltwirtschaftskrise 1929. Die „goldenen“ Zwanziger gehen zu Ende. Alfons Kobler hat eine Schrottkarre für viel Geld verkauft. Mit dem erschwindelten Kapital kann er sich eine Reise zur Weltausstellung nach Barcelona leisten. Nicht aus Interesse an dem Land, der Kultur oder der Expo. Er will dort eine reiche Frau aufreißen, um mit ihrem Geld den sozialen Aufstieg zu schaffen. Nach einer Affäre mit einer Industriellentochter muss er feststellen, dass diese bereits verlobt ist. Die Investition verschwendet, reist er mittellos zurück nach München. Dort beginnt die Geschichte der Anna Pollinger, einer Bekannten Koblers, die – arbeitslos geworden – in die Prostitution abrutscht und von dem ebenfalls arbeitslosen Herrn Reithofer vordergründig selbstlos als Näherin vermittelt wird. Opportunismus, Rassismus, verquaste Ideologien, Egoismus, Machogehabe und Menschenverachtung erinnern in Ödön von Horváths dreiteiligem Roman „Der ewige Spießer“ fatal an aktuelle Tendenzen, vor allem in den U.S.A. Der Besuch der Inszenierung des Theaters für Niedersachsen, zu sehen im Hamelner Theater, bildete den Abschluss des Deutsch-Unterrichts und bot den angehenden Abiturientinnen und Abiturienten noch einmal eine Wiederholung für die anstehende Prüfung.



